Beim hydraulischen Abgleich bekommt jedes voreinstellbare Thermostatventil einen eigenen Einstellwert. Dieser Wert ist keine Faustregel, sondern das Ende einer kurzen Rechenkette: Wärmebedarf des Raums, Durchfluss durch den Heizkörper, Druckverhältnisse an der Stelle des Ventils. Abgelesen wird er im Einstelldiagramm des Ventilherstellers. Die Diagramme unterscheiden sich von Fabrikat zu Fabrikat, deshalb ist jede Stufenangabe herstellerabhängig. Hier sehen Sie, wie ein Fachbetrieb vom Raum zum Wert kommt und was Sie dafür vorbereiten können.
Vom Wärmebedarf zum Durchfluss
Wie viel Heizwasser durch einen Heizkörper fließen muss, folgt aus zwei Größen: der Wärme, die er abgeben soll, und der Spreizung, also dem Unterschied zwischen Vorlauf- und Rücklauftemperatur. Ein Liter Wasser gibt beim Abkühlen um 1 Kelvin rund 1,163 Wattstunden ab. Daraus ergibt sich:
Durchfluss in Litern pro Stunde = Wärmeleistung in Watt ÷ (1,163 × Spreizung in Kelvin)
Ein Beispiel mit einem unserer Heizkörper: Ein Typ 22 in 60 × 100 cm leistet laut Produktdaten bei 55/45/20 °C 824 W. Die Spreizung beträgt hier 10 Kelvin. Soll er genau diese Leistung abgeben, fließen rund 71 Liter pro Stunde durch ihn. Im echten Abgleich setzt der Fachbetrieb statt der Heizkörperleistung den berechneten Wärmebedarf des Raums ein.
Vom Durchfluss zur Stufe am Ventil
Der Durchfluss allein reicht nicht. Das Ventil muss ihn bei dem Differenzdruck einstellen, der an genau dieser Stelle der Anlage anliegt. Heizkörper nahe der Pumpe haben einen höheren Differenzdruck als entfernte. Der Fachbetrieb legt fest, mit welchem Differenzdruck er rechnet, und liest im Diagramm des Ventils ab, welche Voreinstellung den gewünschten Durchfluss ergibt.
Bei gleichem Raum und gleichem Heizkörper kann deshalb ein Ventil auf einer niedrigen und ein anderes auf einer hohen Stufe stehen. Die Zahlen auf der Skala sind von Hersteller zu Hersteller anders verteilt. Eine Stufe von einem Fabrikat lässt sich nicht auf ein anderes übertragen.
Vorlage: Einstellwerte je Heizkörper festhalten
Zum Abgleich gehört eine Liste, in der für jeden Heizkörper die Werte stehen. Wer sie aufbewahrt, kann nach einem Ventilwechsel oder einer Reparatur den alten Wert wieder einstellen. So kann die Liste aussehen:
| Raum | Heizkörper (Typ, Größe) | Wärmebedarf | Durchfluss | Ventil (Fabrikat) | Voreinstellung |
|---|---|---|---|---|---|
| Wohnzimmer | Typ 22, 60 × 140 cm | … W | … l/h | … | … |
| Kinderzimmer | Typ 22, 60 × 100 cm | … W | … l/h | … | … |
| Bad | … | … W | … l/h | … | … |
Für die Bestandsaufnahme helfen Sie dem Fachbetrieb mit Typ und Größe jedes Heizkörpers und einem Foto der Ventile. Den Ablauf des gesamten Abgleichs und die Unterschiede zwischen Verfahren A und B erklärt der Ratgeber Hydraulischer Abgleich.
Eingestellt wird am Ventilunterteil
Die Voreinstellung sitzt am Ventil, nicht am Thermostatkopf. Bei voreinstellbaren Ventilen ist am Unterteil eine Skala; gestellt wird mit der Hand oder mit einem Schlüssel des Herstellers, bevor der Kopf aufgesetzt wird. Welche Bauformen es gibt und woran Sie ein voreinstellbares Ventil erkennen, steht im Ratgeber Thermostatventile für Heizkörper.
Häufige Fragen
Welche Stufe muss ich am Thermostatventil einstellen?
Das ergibt sich aus Durchfluss, Differenzdruck und dem Einstelldiagramm des Ventils. Die Stufen sind herstellerabhängig. Ohne diese Angaben lässt sich kein richtiger Wert nennen.
Ist Stufe 3 am Thermostatkopf die Voreinstellung?
Nein. Die Stufen am Thermostatkopf wählen die gewünschte Raumtemperatur. Die Voreinstellung am Ventilunterteil begrenzt den höchsten Durchfluss und bleibt nach dem Abgleich unverändert.
Kann ich ohne Berechnung voreinstellen?
Ein Wert ohne Rechnung ist geraten. Für einen Abgleich nach Verfahren A schätzt der Fachbetrieb den Wärmebedarf vereinfacht, für Verfahren B berechnet er ihn Raum für Raum.
Was bedeutet Spreizung?
Der Temperaturunterschied zwischen Vorlauf und Rücklauf. Bei 55/45/20 °C sind das 10 Kelvin. Je kleiner die Spreizung, desto mehr Wasser muss für dieselbe Wärme fließen.
Muss nach einem Heizkörpertausch neu eingestellt werden?
Ja. Ein anderer Heizkörper hat eine andere Leistung, und damit ändert sich der passende Durchfluss. Der Fachbetrieb passt die Voreinstellung danach an.
Passende Produkte und Abholung in Hagen
Wir führen das Thermostatventil mit Voreinstellung in Eck- und Durchgangsform, 1/2″, für Zweirohrheizungen, laut Hersteller bis 120 °C und 10 bar. Sein Einstelldiagramm liegt uns nicht vor; wir bestätigen es mit dem Angebot. Weitere Armaturen stehen unter Heizungsarmaturen. Thermostatventile sind Bestellartikel. Abgeholt wird nach Wareneingang und Terminabsprache im Lager Im Mühlenwert 22, 58135 Hagen (Hintereingang, Mo–Fr 8:30–17:30, Sa 10–14 Uhr). Versand nach Absprache.
































































