Ein Ausdehnungsgefäß zu berechnen heißt, zwei Werte festzulegen: den Nenninhalt in Litern und den Vordruck in bar. Beide ergeben sich aus wenigen Angaben zur Anlage, nicht aus der Wohnfläche. Die verbindliche Auslegung macht der Heizungsfachbetrieb mit den Werten des Gefäßherstellers. Hier sehen Sie, welche Angaben in die Rechnung gehen, wie die Rechnung aufgebaut ist und wie Sie die statische Höhe in einen Druck umrechnen. Wie Sie den Vordruck am vorhandenen Gefäß prüfen und wann es getauscht wird, steht im Ratgeber Ausdehnungsgefäß: Vordruck prüfen und wechseln.
Diese vier Angaben braucht die Berechnung
- Wasserinhalt der Anlage: Kessel, Rohrleitungen, Heizkörper und gegebenenfalls Fußbodenheizung zusammen. Die Einzelwerte stehen in den Datenblättern der Hersteller. Am genauesten ist der Wert, den ein Wasserzähler beim Befüllen anzeigt.
- Höchste Vorlauftemperatur: Je heißer das Wasser wird, desto stärker dehnt es sich aus. Maßgeblich ist die höchste Temperatur, die der Wärmeerzeuger liefern kann, nicht die übliche Einstellung.
- Statische Höhe: der Höhenunterschied zwischen dem Gefäß und dem höchsten Punkt der Anlage, meist dem obersten Heizkörper.
- Ansprechdruck des Sicherheitsventils: Er steht auf dem Ventil, oft am Kessel. Er begrenzt, wie hoch der Druck in der Anlage steigen darf.
Vordruck-Tabelle: statische Höhe in bar
Eine Wassersäule von 10 m Höhe drückt mit rund 1 bar, genau mit etwa 0,98 bar. Daraus ergibt sich der statische Druck, den das Gefäß mindestens ausgleichen muss:
| Statische Höhe | Statischer Druck |
|---|---|
| 5 m | rund 0,5 bar |
| 7,5 m | rund 0,75 bar |
| 10 m | rund 1,0 bar |
| 12,5 m | rund 1,25 bar |
| 15 m | rund 1,5 bar |
Der Vordruck wird mindestens auf diesen statischen Druck gestellt, meist mit einem kleinen Zuschlag darüber. Wie groß der Zuschlag ist, ist herstellerabhängig und Teil der Auslegung. Maßgeblich ist die tatsächlich gemessene Höhe. Ist das Gefäß im Dachgeschoss eingebaut, ist die statische Höhe klein, auch wenn das Haus hoch ist.
So ist die Rechnung aufgebaut
- Ausdehnungsvolumen: Wasserinhalt mal Ausdehnung des Wassers bei der höchsten Vorlauftemperatur. Den Prozentwert dafür nennen die Tabellen der Gefäßhersteller.
- Wasservorlage: Ein kleiner Vorrat bleibt im Gefäß, damit beim Abkühlen kein Druck verloren geht. Wie groß er sein soll, legen Norm und Hersteller fest.
- Druckfaktor: Ausdehnungsvolumen und Wasservorlage werden mit (Enddruck + 1) geteilt durch (Enddruck − Vordruck) multipliziert. Der Enddruck liegt etwas unter dem Ansprechdruck des Sicherheitsventils; der genaue Abstand ist herstellerabhängig.
Das Ergebnis ist der mindestens nötige Nenninhalt. Gewählt wird die nächstgrößere Gefäßgröße. Die Formel zeigt auch, warum ein höherer Vordruck ein größeres Gefäß verlangt: Je näher Vordruck und Enddruck beieinander liegen, desto weniger Wasser nimmt das Gefäß pro Liter Inhalt auf.
Wenn sich die Anlage ändert
Ein Gefäß, das jahrelang gepasst hat, kann nach einem Umbau zu klein sein. Kommt eine Fußbodenheizung hinzu oder werden größere Heizkörper eingebaut, steigt der Wasserinhalt und damit das Ausdehnungsvolumen. Auch ein neuer Wärmeerzeuger mit anderer Vorlauftemperatur oder einem anderen Sicherheitsventil verändert die Rechnung. In diesen Fällen wird neu gerechnet, statt das alte Typenschild abzuschreiben.
Häufige Fragen
Kann ich die Größe des Ausdehnungsgefäßes nach der Wohnfläche bestimmen?
Nein. Entscheidend sind Wasserinhalt, höchste Vorlauftemperatur, statische Höhe und der Ansprechdruck des Sicherheitsventils. Zwei Häuser mit gleicher Fläche können ganz unterschiedliche Gefäße brauchen.
Welchen Vordruck braucht ein Einfamilienhaus?
Das hängt von der Höhe zwischen Gefäß und höchstem Heizkörper ab. Bei rund 7,5 m sind das etwa 0,75 bar statischer Druck plus der Zuschlag des Herstellers. Den Wert stellt der Heizungsfachbetrieb ein.
Was passiert, wenn das Ausdehnungsgefäß zu klein ist?
Beim Aufheizen hat das Wasser zu wenig Platz, der Druck steigt stark, und das Sicherheitsventil kann ansprechen. Beim Abkühlen fällt der Druck dann zu weit ab, und es muss nachgefüllt werden.
Ist ein größeres Gefäß als berechnet ein Problem?
Gewählt wird ohnehin die nächstgrößere Größe. Ob ein deutlich größeres Gefäß zur Anlage passt, prüft der Fachbetrieb bei der Auslegung.
Gilt diese Rechnung auch für Trinkwasser?
Nein. Trinkwassererwärmer brauchen eigene, dafür zugelassene Gefäße und eine eigene Auslegung. Für geschlossene Trinkwassererwärmer führen wir eine Sicherheitsgruppe.
Passende Produkte und Abholung in Hagen
Unsere Ausdehnungsgefäße für Heizung gibt es mit 35 und 50 Liter Inhalt; der Hersteller nennt einen maximalen Betriebsdruck von 3 oder 6 bar, die lieferbare Druckstufe bestätigen wir mit dem Angebot. Zum Absperren und Prüfen gehört ein Kappenventil mit Entleerung. Alles zusammen steht unter Ausdehnungsgefäße. Ausdehnungsgefäße sind Bestellartikel. Abgeholt wird nach Wareneingang und Terminabsprache im Lager Im Mühlenwert 22, 58135 Hagen (Hintereingang, Mo–Fr 8:30–17:30, Sa 10–14 Uhr). Versand nach Absprache.
































































